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In Riva Valdobbia
verlassen wir die Staatsstraße 299, die nach Alagna führt. Wir wenden
uns nach links und kommen in eines der malerischsten Täler, fahren den
Wildbach Vogna entlang. Wir durchfahren mit dem Auto etliche
Serpentinen und lassen die Kapelle Madonna delle Pose rechts liegen.
Der Name kommt vom italienischen Wort "posare" - "ein Gepäckstück irgendwo
hinstellen". Und genau das taten früher die Talbewohner, als sie hier
rasteten und die Traglast für eine Weile von den Schultern nahmen. Wir
erreichen schließlich Cà di Janzo, wo wir unser Auto parken. Dieser
Ortsteil war einst als Sommerfrische sehr bekannt und das Hotel "Pensione
Alpina" kann sich rühmen, daß hier im Jahre 1898 die Königin
Margherita von Savoyen wohnte. Wir gehen zu Fuß einen steilen
Pfad (Wegweiser Nr. 10) hinan, lassen bergwärts die Kapelle des Hl.
Antonius aus dem 17. Jahrhundert liegen und erreichen in 30 Minuten
Selveglio, einen wunderschönen Ort hoch über der Gegend. Hier erwarten
uns die Kapelle
Madonna del Carmine
mit einem kleinen Glockenturm aus dem Ende des 18. Jahrhunderts sowie die
monumentalen Bauernhäuser, deren Mauern aus den Stämmen von Lärchen gefügt
sind und deren große Loggien
beeindruckend
sind. Ein aus Lärchenholz gefertigter Brunnen ist noch in Betrieb. Am
Ortsausgang liegt die Kirche San Defendente, die von Talbewohner
erbaut wurde, als Dank dafür, daß sie von der Pest 1630 verschont wurden.
Sie hat an der Talseite drei Sonnenuhren aus dem Anfang des 19.
Jahrhunderts, ein Werk von G.Carestia. Wir verlassen den Pfad Nr. 10,
der zum Gipfel Cima Mutta führt, wir wenden uns vielmehr nach links,
und gehen den ebenen Panoramaweg (10 Minuten) bis nach Oro. Hier
verdienen zwei Gebäude wegen ihrer luftigen Bauweise besondere Beachtung.
Sie ruhen auf sogenannten "Pilzen", die sie vom Boden isolieren. Es handelt
sich hierbei um kurze Säulen aus Holz, die den oberen Gebäudeteil stützen
und ihn vor dem Eindringen von Mäusen schützen. Immer noch schön ist der
Brunnen dort, während der Backofen des Ortes bereits verfällt. Die Kapelle
ist dem Hl. Lorenz geweiht. In 10 Minuten kommt man auf halber Höhe
des Berges nach Ca' Vescovo, wo einige der Häuser an der höchsten
Stelle des Daches einen weißen Stein haben, dem man magische Kräfte
nachsagt. Der Backofen für das Brot des Ortes ist hier in einem Wohnhaus.
Der Ort liegt über Sant'Antonio. Auf ebenem Weg, zwischen Birken
hindurch, erreicht man in 15 Minuten das an einen steilen Abhang geklammerte
Rabernardo. Wir gehen durch den Portikus in die Kapella
zur Madonna
della Neve (der Madonna vom Schnee), das als Kostbarkeiten den
bemerkenswerten Glockenturm zu bieten hat, ein Weihwasserbecken aus Stein,
eine Sonnenuhr und einen bunten Altar aus dem 17. Jahrhundert. Viele Häuser
haben hier noch den Ofen aus Backstein. Eines der Häuser wurde sorgfältig
restauriert und in das Museo Walser umgewandelt, ein Museum, das
einen Besuch lohnt. Den Pfad, der nach
Sant'Antonio
hinabführt,
ignorieren wir und
steigen stattdessen zu den weiter oben liegenden Wiesen auf, überqueren
einen Gebirgsbach, gehen an Selletto (10 Minuten) vorbei und
erreichen in weiteren 10 Minuten
Cambiaveto.
Weite Wiesen erstrecken sich
rundherum um die Häuser, die von herrlichen Eschen umgeben sind. Auf den
Felsblöcken in der Umgebung kann man Inschriften finden, die
Pärchen
hier eingeritzt haben. Wir steigen wieder ab, überqueren noch einmal den
Gebirgsbach und steigen dann auf der anderen Seite erneut auf, dort wo die
Häuser von Piane
stehen, einem Ort,
der in zwei voneinander deutlich getrennte Wohngebiete geteilt ist.
Interessant ist die Lawinenschutzwand aus Gesteinsmassen, die im 16.
Jahrhundert zum Schutz der Gebäude errichtet wurde. In 15 Minuten kann man
zum Ort Peccia
hinabsteigen, dem letzten
Ort im Tal, ein altes Dorf, das mehrmals von Lawinen zerstört worden ist.
Nach der schmucklosen Kapelle San Nicolao führt der Weg zwischen den
Häusern hindurch, deren eines ein guterhaltenes, imposantes Pavilliondach
hat. Wir kommen an einem Brunen und einer Pforte, sowie an der auf einer
Erhebung gelegenen Kirche
San Grato
vorbei, mit einem Glockenturm
ohne Spitze. Von diesem Ort aus sollte man zu den niedriger gelegenen
Ortsteilen zurückkehren. Man kommt an Sant'Antonio, das heute auf
einer nur für Anlieger offenen Asphaltstraße erreichbar ist. Der Ort rühmt
sich einer Kapelle, die dem Heiligen geweiht ist, dessen Namen der Ort
trägt. Die Kapelle hat eine mit Fresken verzierte Fassade und einen
hölzernen Altar. Das Gebäude der alten Volksschule ist jetzt in eine
Schutzhütte der G.T.In. umgebaut und ein willkommener Rastplatz. Ein
kleiner Brotofen ein Stück oberhalb der Piazza, an dem Pfad, der nach
Rabernardo hinaufführt. Wir steigen ab in Richtung Ca' Verno, Ca' Morca
und Ca' Piacentino und erreichen wieder Ca' di Janzo, den
Ausgangspunkt unserer Wanderung. |