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Von Boccioleto aus, im Val
Sermenza, 14 km von Varallo entfernt, fahren wir mit dem Auto hinauf zum Ortsteil Ronchi, 814 m hoch gelegen, wo unsere Wanderung beginnt. Die Kirche der Madonna
delle Grazie,
ein echtes Kunstjuwel, wird bereits im Jahre 1617 erwähnt. Dort befindet sich ein Gemälde der Madonna
auf dem Throne von Rocca aus dem Jahre 1635, eine Altartafel von Dedominici,
Fresken aus dem 19. Jahrhundert von Avondo auf der Fassade.
Der ansteigende Maultierpfad führt zur restaurierten Cappella
del Genestroso.
Kurz vor Ormezzano
erinnern einige Kreuze an die Opfer einer Lawine. In dem kleinen Ort
angekommen (20 Minuten Weg) begrüßt uns das Oratorio
di San Giovanni Battista,
die Kapelle von Johannes dem Täufer. Im Inneren können wir
ein Altarbild aus dem Jahre 1649 bewundern; das Fresko an der
Fassade ist ein Werk von Avondo.
In 15 Minuten erreichen wir Solivo, 1027 m. hoch, in wunderschöner Panoramalage, der letzte bewohnte Ort im Val
Cavaione.
Die dortige Kapelle vom Ende des 17. Jahrhunderts ist dem Hl. Antonius von Padua geweiht; der vergoldete Altar ist von Anselmo,
der Fußboden von Giordano,
die Fassade von Avondo.
Vor der zeitgenössischen Kapelle San Nicola di Bari
steht ein charakteristischer Säulen-Portikus mit einem
Lünettenbild von Mariä Verkündigung. Im Inneren
eine sanfte Madonna
mit Kind auf dem Thron, mit eleganter Drapur als Hintergrund, jeweils seitlich davon St. Peter und St. Nikolaus. An den Wänden San
Defendente und eine Kreuzigungsszene. Auf dem Eingangsgewölbe eine wunderschöne Mariä
Verkündigung.
Der Maultierpfad, der jetzt steiler und anstrengender wird, führt zwischen hohen Buchen zur Kapelle von Selletto,
1185 m hoch, 30 Minuten von Solivo
entfernt. Es handelt sich hier um eine kleine
Rastkapelle mit einem eleganten Säulen-Portikus. Auf ebener
Strecke erreichen wir von hier aus die Almen Daloch, Saas und Rivetti (mit der Kapelle "Salus infirmorum" mit Stuckarbeiten aus dem 19. Jahrhundert) und wir kommen schließlich nach Seccio, 1388 m hoch (30 Minuten). Dort können wir die Kapelle San Lorenzo
bewundern, das Juwel des Val Sermenza. Sie stammt aus der zweiten
Hälfte des 14. Jahrhunderts, aber das urkundlich gesicherte Datum
ist jener der Weihe im Jahre 1446. Das ist auch das Jahr, auf das die
Fresken im Innenraum zurückgehen, im Großen und Ganzen gut erhalten, außer jenen an der Südmauer mit dem Letzten Abendmahl.
Diese Mauer
wurde durchbrochen, um für eine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert Platz
zu schaffen, San Grato geweiht, dem Schutzpatron gegen Hagel. Das
Gewölbe der Apsis zeigt einen wunderbaren Erlöser, die Vier Evangelisten und Mariä
Verkündigung;
an der Eingangswand finden sich herrliche Figuren von Märtyrern
und Kirchenvätern. An der Außenwand zur kleinen Piazza hin,
sieht man die Reste eines alten Freskos, das dem Hl. Christophorus
geweiht ist und eine seltene bildliche Darstellung des Glücksrades. Wir steigen weiter ab und gelangen zur
Tetto-Alm, die sich durch ihre alten "Torbe" auszeichnet,
Häuser, die aus mächtigen Tannenstämmen erbaut sind. Wenn wir wieder in Boccioleto sind, empfiehlt sich ein Abstecher in den Ortsteil Oro (25
Minuten), um hier
die kleine Kirche San Pantaleone aus dem Jahre 1477 zu besuchen,
ferner jene der Madonna
del Carmine, in der sich Fresken der Orgiazzi und der Borsetti aus dem 18. Jahrhundert befinden. Die
erstere Kirche liegt inmitten der Häuser und ist ganz mit Fresken
bedeckt. Nachdem
sich die Kirche bereits in erbärmlichem Zustand befunden hatte, wurde sie
1910 von der Gesellschaft für die Erhaltung der
Kunstwerke und Baudenkmäler imValsesia restauriert. Das Gewölbe wird fast vollständig von einem riesigen Segnenden Christus eingenommen, innerhalb einer an Byzanz erinnernden Aura. An der Seite ist auf drei Bildern das Leben der Seligen Panacea dargestellt.
Die letzten Restaurierungen sind ein Werk von Fermo
Dedomenici.
In Boccioleto ist auch noch die Kapelle Casa Milanetto aus dem 16.
Jahrhundert erwähnenswert, an dem alten Maultierpfad (Wegweiser
387), der nach Ronchi führt. Am Eingang des Ortes, etwas
östlich, erhebt sich die Kapelle der Madonna von Loreto,
auch "Gesietto" (Jesulein) genannt. Sie macht wegen der
Verschiedenheit des verwendeten Marmors einen etwas bizarren Eindruck.
Die Gemälde sind von Cavallazzi
di Oleggio (1538).
Um unsere Wanderungen auf den Wegen der Kunst würdig abzuschließen bleibt noch der Besuch in der Pfarrkirche,
mit Fresken von Borsetti (im Gewölbe und auf Bildern sind die Apostel dargestellt), von Orgiazzi (St. Peter und Paul), von Avondo (Presbyterium)
und von Dedominici
di Rossa (H. Philomena). In der Kirche Mariä Verkündigung schließlich,
die jetzt in ein Museum umgewandelt ist, ist ein ganze Sammlung von
Kunstwerken zu sehen, die aus über das Tal verstreuten
Gebetsstätten und Kapellen stammen. Unter ihnen ist besonders die "Trauer über den Tod Christi"
zu erwähnen, eine beeindruckende Gruppe von Holzplastiken aus dem 16. Jahrhundert, die aus der Kapelle Madonna del Sasso stammen.
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